So gastfreundlich wie in der Synagoge der liberalen Gemeinde HaKochav in Unna wird man selten empfangen. Im Ruheraum Backstage gab es erst einmal Kaffee und Kuchen, bevor der ehemalige Bundestagsabgeordnete, der Buchhändler Michael Sacher mich dem Publikum vorstellte. Unter einem von der Decke flimmernden Sternenhimmel und vor dem schönen Thoraschrank durfte ich dann in der modern, klar und zugleich anheimelnd gestalteten Unnaer Synagoge aus „Aga“ lesen. Eingeladen hatte mich die Gemeindevorsitzende Alexandra Khariakova, gekommen sind nicht nur Mitglieder der von ihr vor neunzehn Jahren gegründeten Gemeinde, sondern auch weitere sehr aufmerksame Zuhörer. Das Gebäude, so erzählte sie mir beim anschließenden Abendessen mit Borschtsch und Fisch, hat die evangelische Gemeinde zur Verfügung gestellt. Und auf Nachfrage verriet sie dann auch noch, dass der in der Hilfe für Geflüchtete (jeglicher Herkunft) sehr engagierten Gemeinde eine große Ehrung bevorsteht. Kommenden Monat nämlich erhält Alexandra Kharikova das Bundesverdienstkreuz.
Im Gespräch mit dem Publikum kamen wir auf den in den letzten Jahren so erschreckend angewachsenen Antisemitismus zu sprechen. In Unna jedenfalls, so versicherte mir Frau Khariakova, fühle die jüdische Gemeinde sich wohl und angenommen.
Dazu ein Zitat aus „Aga“:
„Wie man eine Kerze anzündet, lerne ich von Rena. Es macht nichts, wenn der Luftzug sie wieder ausbläst. Du musst sie einfach nochmal anzünden. Immer und immer wieder. Und wenn du dein Leben mit nichts anderem verbringst.“




