kleines Mädchen mit Teddy

Mörder

Hörspiel

Mordercy po polsku 

Dlf/ SWR 2011. Regie: Christine Nagel. mit: Dagmar Manzel u.a.

Polen im März 1968: Unter dem Druck einer antisemitischen Kampagne der regierenden Kommunistischen Partei Polens müssen 20.000 Juden ihre Heimat verlassen, darunter auch Überlebende der Shoah wie der Vater der kleinen Aga. Sie zieht über Israel nach Deutschland – in „das Land der Mörder“, so hat sie es aufgeschnappt. Angekommen in einem Haus der jüdischen Gemeinde macht sich das kleine Mädchen auf die Suche nach ihnen. Erik Ode, der Kommissar, den sie im Fernsehen kennenlernt, hilft ihr dabei.

„Hörspiel des Monats Oktober 2011“
ARD/ Deutschlandradio-Einreichung zum „Prix Europa 2012“
nominiert von der Jury des „Hörspielpreises der Kriegsblinden 2012“

Stimmen zum Hörspiel

„Eine mitreißende Neuentdeckung“

Eva-Maria Lenz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2012

„Autorin Agnieszka Lessmann erzählt hier meisterhaft und unmittelbar die Geschichte eines kleinen Mädchens, das sich als Tochter eines jüdischen Polen in Deutschland wiederfindet und auf ihre eigene Art und Weise nach Orientierung sucht.
Dabei bleibt die Autorin ganz nah an ihrer kleinen Heldin und berührt mit ihrer Darstellung kindlicher Denkweisen, als sich Aga trotz ihrer Ängste der Gefahr in der Fremde stellt. So erklärt sie nicht nur kongenial die Wirkung historischer Umwälzungen auf das noch junge Gemüt – sie arbeitet auch ganz nebenbei polnische und deutsche Geschichte auf.
Die Frage danach, wo und wer die deutschen Mörder sind, ist dabei auch aus gesellschaftlicher Hinsicht von besonderem Interesse. Schließlich ging das Schweigen über den Holocaust trotz der Frankfurter Auschwitz-Prozesse in den 60er Jahren im Privaten weiter – und hält oftmals selbst bis heute noch an. Genauso wie im Hörspiel „Mörder“, in dem sowohl die Eltern als auch die in der Umgebung lebenden Deutschen und Amerikaner einen dicken Mantel der Verdrängung über ihre Schicksale und den eigenen Schmerz legen. Als Kollateralschaden überlassen sie ihren Kindern eine Welt, die so unverständlich wie feindlich auf sie wirkt. Das verleiht dem Werk eine enorme Tragweite und macht es zu einem Highlight“

Vincent Fischer, Kölner Stadt-Anzeiger, 11.07.2019