Über mich

Ich schreibe über Geschichte, die sich ins Private einschreibt – über Vertreibung und Migration, über Identität unter dem Druck von Zuschreibungen und über das Ringen um Sprache angesichts der Shoah.
Immer wieder berührt es mich tief, wenn ich bei Lesungen erlebe, wie sich die Erinnerungen und Erlebnisse der Menschen im Publikum im anschließenden Gespräch Bahn brechen.
Agnieszka Lessmann, aufgewachsen in Polen, Israel und Deutschland, lebt als freie Schriftstellerin in Köln. Sie ist Autorin von acht Hörspielen. Im Jahr 2020 erschien unter dem Titel „Fluchtzustand“ ihr erster Lyrikband, 2025 ihr Romandebüt „Aga“, im Oktober 2026 der Gedichtzyklus „Schieferbruchverse“. Ihre Arbeit wurde für mehrere Preise nominiert und mit zahlreichen Stipendien gefördert, zuletzt 2025 mit einem Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds.
Porträt
„Die Autorin und Kulturjournalistin Agnieszka Lessmann (*1964) wuchs in Polen, Israel und Deutschland auf. Dabei wären ihre Eltern und sie gerne in Polen geblieben. Die Vertreibung aus dem Heimatland prägt das Schreiben der Schriftstellerin bis heute. Ihre zentralen Themen sind Vorurteile, Identitätszuschreibungen und die Auswirkungen der nationalsozialistischen Terrorherrschaft. Darüber hinaus beschäftigt sie sich in ihren Gedichten, Hörspielen und Prosatexten aber auch mit den Möglichkeiten des Erzählens und dem Zusammenhang von Wörtern und Dingen. Denn Vorurteile und Identitäten werden sprachlich vermittelt und wirken auf die Sprache zurück.“
Anselm Neft, Porta Polonica des Westfälischen Landesmuseums, 2026
Biografie
Die Autorin Agnieszka Lessmann wurde in Łódź/Polen geboren und wuchs in Polen, Israel und Deutschland auf.
Sie studierte deutsche und italienische Sprache und Literatur sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft in Köln. Bereits während des Studiums arbeitete sie als Kulturjournalistin und als Schriftstellerin. Während sie sich in den ersten Jahren auf Arbeiten für den Hörfunk konzentrierte, entstanden zahlreiche Radiofeatures und acht Hörspiele. Daneben schrieb und veröffentlichte sie verstreut auch Gedichte und Kurzgeschichten. Ihr erster Gedichtband „Fluchtzustand“ erschien im Jahr 2020 im Elif Verlag.
Für die Arbeit an ihrem zweiten Gedichtband „Schieferbruchverse“ erhielt sie im Jahr 2025 ein Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds. Ihr Romandebüt „Aga“ erschien im Oktober 2025 im Berliner Gans Verlag.
Agnieszka Lessmann ist Mitglied des PEN Deutschland, des Vereins Literaturszene Köln und des Netzwerks Lyrik. Ihre schriftstellerische Arbeit wurde mit verschiedenen Stipendien unterstützt und in zahlreichen Kritiken besprochen.
Insbesondere ihr Biopic „Cobains Asche“ wurde von verschiedenen Rundfunkanstalten übernommen und ist hin und wieder in einer Wiederholung zu hören. Darin verbindet Lessmann die Biographie von Kurt Cobain mit einer Reise seiner Witwe Courtney Love zum buddhistischen Kloster Namgyal in Ithaca, N.Y. und erzählt so eine sehr spezielle Liebesgeschichte.
Ebenfalls sehr erfolgreich war ihr Hörspiel „Mörder“. Es wurde von der Akademie der Darstellenden Künste zum „Hörspiel des Monats Oktober 2011“ gekürt. Die Rundfunkanstalten der ARD und Deutschlandradio nominierten es als deutsche Einreichung zum Prix Europa. Daraufhin produzierte und sendete Polskie Radio das Stück in polnischer Übersetzung.
Seit 2015 unterrichtet Agnieszka Lessmann außerdem in Integrationskursen für Migrantinnen und Migranten. Aus diesen Erfahrungen entstanden das Hörspiel „Einstiegskurs“ und viele Gedichte des Bandes „Fluchtzustand“.
Veröffentlichungen
Einzelveröffentlichungen
- 2026Gedichtzyklus. Gans Verlag, Berlin, Oktober 2026. ISBN 978-3-946392-81-1
- 2025Roman. Gans Verlag, Berlin 2025. ISBN 978-3-946392-60-6
- 2020Gedichte. 101 Seiten. Elif Verlag, Nettetal 2020. ISBN 978-3-946989-28-8
Anthologien und Zeitschriften
- 2024„Schieferbruchverse“Gedichtzyklus (Ausschnitt). In: „Sinn und Form“, Heft 5/2024.
- 2024„Abschied, schon wieder“ und „Streunende Lettern“Gedichte. In: „und kein Gedicht will Abschied von dir nehmen. Deutschsprachige Lyrik der Gegenwart“, hrsg. v. Markus Peters, Sabine Schiffner, Amir Shaheen. Verlag Ralf Liebe, Weilerswist 2024.
- 2023„Streunende Lettern“Gedicht. In: „Am Erker Nr. 84“, Zeitschrift für Literatur, hrsg. v. Joachim Feldmann. Daedalus Verlag, Münster 2023.
- 2020„Zwischenzeit“Gedicht. In: „Flusslaut“. Anthologie. Projekt des Literaturbüros NRW auf der Plattform Instagram, 2020.
- 2019„Uplně jiný život / Ganz anderes Leben“Gedichte. Übersetzung: Milan Hrabal. In: Světlik, 74, 4/2019.
- 2019„Schreiben und Krieg“Gedichte. In: „Über die Verhältnisse“, hrsg. v. Bettina Hesse und Liane Dirks. Dittrich Verlag 2019.
- 2015„Gravitation“Miniprosa. In: „Am Erker Nr. 69“, Zeitschrift für Literatur, hrsg. v. Joachim Feldmann. Daedalus Verlag, Münster 2015.
- 2007„Daten und Fakten“Gedichtzyklus. In: „Gänsehaut. Prothesen“, hrsg. v. Wolfgang Delseit, Adrian Kasnitz und Enno Stahl. Nyland Stiftung, Köln 2007.
- 1991„Versuch flußaufwärts“Lyrik. In: „weiter im Text“, hrsg. v. Norbert Hummelt, Janus Verlagsgesellschaft, Köln 1991.
- 1986„Götterträume“Erzählung. In: „Lovestorys“, hrsg. v. Karlheinz Barwasser und Robert Stauffer, Förtner & Krömer, Köln 1986.
Übersetzungen
- 2023In: „Biologie des Gedichts. Gedichte aus Spanien“, hrsg. v. Hans Thill. Wunderhorn Verlag, Heidelberg 2023.
Hörspiele & Features
Hörspiele
- 2018Produktion SWR 2018. Regie Felicitas Ott. Mit Karina Plachetka, Hedi Kriegeskotte, Michael Stiller, Dunja Dogmani u. a.
- 2015Produktion SWR 2015. Regie Alexander Schuhmacher. Mit Agnes Mann, Jana Schulz u. a.
- 2014Produktion: Teatr Polskiego Radia 2014. Übersetzung: Małgorzata Szymankiewicz. Regie: Janusz Kukuła, mit Danuta Stenka u. a.
- 2013„Grüne Grenze“Produktion SWR / Deutschlandfunk 2013. Regie: Alexander Schuhmacher, mit Bettina Engelhard, Corinna Kirchhoff, Christof Wackernagel u. a.
- 2011Produktion: Deutschlandfunk / SWR 2011. Regie: Christine Nagel, mit Dagmar Manzel u. a.
- 2004Produktion: SWR 2004. Regie: Walter Adler, mit Sophie Rois, Matthias Koeberlin, Ulrich Noethen u. a.
- 1993„Fotografien“Produktion: Bayerischer Rundfunk 1993. Regie: Irene Schuck.
- 1993„Im Laufe des Jahres“Produktion: Radio Bremen 1993. Regie: Christiane Ohaus.
- 1991„Variationen um einen Haustürschlüssel“Produktion: Radio Bremen 1991. Regie: Rüdiger Kremer.
Hörfunkfeatures (Auswahl, zusammen mit Frank Olbert)
- 2008„Jaffa Roof – über den Dächern von Tel Aviv“Eine Lange Nacht über eine polnisch-israelisch-deutsche Familiengeschichte. Dlf/DLR 2008
- 2007„Was ich liebe, muss ich zerstören“Eine Lange Nacht über Kurt Cobain und Courtney Love. Dlf/DLR 2007
- 2001„Vom Soundtrack der Stille“Klaus Schöning und das Studio Akustische Kunst beim WDR. Dlf 2001
- 2001„Hymens Liste“50 Jahre Hörspielpreis der Kriegsblinden. Dlf 2001
Auszeichnungen und Stipendien
- 2025
- 2016
- 2013
- 2003, 2009, 2012Autorenstipendien der Film- und Medienstiftung NRW
- 2012
- 2012
- 2011
- 20042. Platz beim ARD-Online-Award („Cobains Asche“)
Über Agnieszka Lessmann
- 2026Anselm Neft: „Agnieszka Lessmann. Schreiben als Notwendigkeit“.Internetportal Porta Polonica, 2026
- 2025Kathrin Heintz: „Transitorische Existenzen. Die Darstellung von Geflüchteten im Hörspiel Einstiegskurs (2018) von Agnieszka Lessmann“.In: WW – Wirkendes Wort 1/2025. Hg. von Lothar Bluhm, Walter Kühn. ISSN 0935-879X
- 2020Petra Pluwatsch: „Heimatsuche“.In: Kölner Stadt-Anzeiger, 3./4. Oktober 2020.
- Günter Rinke über das Hörspiel „Cobains Asche“.In: Günter Rinke „Das Pop-Hörspiel. Definition – Funktion – Typologie“, S. 153 f.
- 2015Ronald Hirte: „Mir ist ein Denken in Nationalitäten total fremd. Agnieszka Lessmanns Hörspiele einer Zwischengeneration“.In: Ronald Hirte, Fritz von Klinggräff „Von Polen her. Europa denken“. Weimar (Weimarer Verlagsgesellschaft) 2015, S. 294–307.
Biography
The writer Agnieszka Lessmann grew up in Poland, Israel and Germany. She has studied the German and Italian languages and literatures, as well as the science of theatre, film and tv in Cologne. Ever since she has been working as a freelance writer. Although she has been writing poetry and prose from the beginning, she has focused on writing for the radio during the first years. To date, she has published several radio features and eight radio dramas as well as poetry and prose. Her first novel “Aga” was published in October 2025, followed by the poetry cycle “Schieferbruchverse” in October 2026.
Repeatedly broadcast by different radio stations was the biopic “Cobain’s Ashes”. As it integrates the biography of Kurt Cobain into a journey of his widow Courtney Love to the buddhist monks of Ithaca, N.Y., it also tells a very special love story. Likewise successful was her radio drama “Murderers”, which was elected “Radio Drama of the Month” in October 2011. Following its nomination for Prix Europa, it was translated into Polish and broadcast by Polskie Radio. It tells the story of a little girl who moves with her parents from Israel to Germany, “the land of the murderers”, as she was told. Curious and imaginative as she is, she wants to find out where these murderers are. As her parents leave her one evening with her grandmother, she watches the tv series “Der Kommissar”, where she meets a police investigator who can help her with her mission. Lessmann expanded this autobiographical story into her novel “Aga”.
Since 2015 Agnieszka Lessmann has also been working as a teacher for integration courses for migrants. Based on her experiences with teaching she wrote the radio drama “Einstiegskurs” and most poems of her poetry book “Fluchtzustand / State of Flight”. Her work was supported by several scholarships. She lives near Cologne and is a member of PEN Germany.