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  • Ein Freitag in Frankfurt

    Ein Freitag in Frankfurt

    Ein Freitag in Frankfurt
    Vom Messetrubel in die Eulengasse

    Das wird ein vollgepackter Tag auf der Frankfurter Buchmesse – und ich freue mich auf jede Stunde davon. Mittags, an diesem Freitag, dem 9. Oktober, wird der Gans Verlag mit dem Deutschen Verlagspreis 2026 ausgezeichnet, und ich darf unseren Verleger Ulrich Leinz zur Verleihung begleiten. Der Gans Verlag hat im vergangenen Jahr meinen Debütroman „Aga“ veröffentlicht, nun erscheint dort mein Gedichtzyklus „Schieferbruchverse“. In welcher Kategorie der Preis vergeben wird, erfahren die Verlage erst bei der Verleihung. Anstoßen werden wir so oder so.

    Nach dem Feiern kommt die Arbeit: Ich stelle die „Schieferbruchverse“ in Frankfurt gleich zweimal vor, beide Male gemeinsam mit Frank Olbert. Sein Essay „Das verschwundene Viertel“ erscheint zeitgleich im selben Verlag. Zwei eigenständige Bücher, die miteinander im Gespräch sind – so wie wir beide. Wie das klingt, ist um 16:30 Uhr auf der Leseinsel der unabhängigen Verlage in Halle 3.0 zu erleben. Freitag ist der erste Publikumstag der Messe. Und wer nicht nach Frankfurt kommt, kann diese Lesung live auf YouTube verfolgen.

    Worum es geht, lässt sich an einem Stück Schiefer erzählen. Bei der Ausgrabung des jüdischen Viertels in Köln hielt man die unzähligen Schieferbruchstücke für Reste alter Dächer, solche Funde werden meist nicht einmal aufbewahrt. Bis jemand eines dieser Stücke abwusch und darunter Ritzungen zum Vorschein kamen: hebräische Buchstaben. Ein einmaliger Fund, der Archäologinnen, Historiker und Judaistinnen noch lange beschäftigen wird. Frank Olbert erzählt in seinem Essay von diesem Viertel, das in der Bartholomäusnacht 1349 bei einem Pogrom in Flammen aufging. Meine Gedichte folgen zwei Erkundungen zugleich: der Ausgrabung im Kölner Boden und der Frage, was meine eigene jüdische Herkunft bedeutet. Damit knüpfe ich lose an „Aga“ an.

    Am Abend geht es nach Frankfurt-Bornheim, in den Ausstellungsraum Eulengasse, den ein 2003 von Künstlerinnen und Künstlern gegründeter Kunstverein betreibt. Dort lädt der Gans Verlag gemeinsam mit anderen unabhängigen Verlagen vom Gemeinschaftsstand der Kurt Wolff Stiftung an zwei Abenden zu Lesungen ein, am Freitag und am Samstag: Verlagsabende, an denen viele Bücher und Stimmen zu hören sind. Frank Olbert und ich lesen am Freitag um 20:30 Uhr. Die U4 fährt von der Messe direkt bis zur Haltestelle Seckbacher Landstraße, von dort ist es nicht weit.

    Vielleicht sehen wir uns – nachmittags in der Halle, abends in Bornheim oder im Livestream.

    Kommende Lesungen

    Freitag, 9. Oktober 2026, 16:30 Uhr
    Frankfurter Buchmesse, Leseinsel der unabhängigen Verlage, Halle 3.0, Stand C69
    Mit Frank Olbert, Moderation: Ulrich Leinz
    Live auf YouTube: https://www.youtube.com/live/DTPiOVBRmYs

    Freitag, 9. Oktober 2026, 20:30 Uhr (Einlass 18:30 Uhr)
    Verlagsabend des Gans Verlags und weiterer Verlage vom Gemeinschaftsstand der Kurt Wolff Stiftung, mit Frank Olbert
    Ausstellungsraum Eulengasse, Seckbacher Landstraße 16, 60389 Frankfurt am Main – eulengasse.de
    Anmeldung erwünscht per E-Mail an mail@parodos.de, Betreff „Buchmesse“, mit Angabe des Abends

    Donnerstag, 12. November 2026, 19 Uhr
    Buchpremiere mit Frank Olbert im Interim der Kölner Zentralbibliothek, Hohe Straße 68–82 (bitte mit dem LiK abklären)

    Mehr zum Gedichtband „Schieferbruchverse“: agnieszkalessmann.de/schieferbruchverse/
    Mehr zu Frank Olberts Essay „Das verschwundene Viertel“: frank-olbert.de