Aga – warm ums Herz

Lesung in der Litty Buchhandlung, Sabine Horstmann begrüßt Agnieszka Lessmann und Simone Scharbert

Der originelle Schlängel-Tisch kann nicht nur dazu dienen, viele Bücher auf kleinem Raum auszulegen und die interessierten Kund:innen miteinander ins Gespräch zu bringen, er ist auch ein hervorragender Abstelltisch für Snacks und Getränke. Mit gastlicher Umsicht gestaltete das Team der Litty Buchhandlung den Raum für diesen Leseabend in der Kölner Südstadt gemütlich und anregend zugleich. Simone Scharbert und ich kamen denn auch intensiv ins Gespräch, das Publikum ging sowohl bei den komischen wie auch bei den traurigen Stellen des Romans empathisch mit und trug im Anschluss viele Fragen und eigene Beobachtungen bei.  Besonders die Frage, wie die Shoah in der Schule vermittelt wurde und wird, beschäftigte die Anwesenden.

Bei einem Leseabend mit einem Buch, das sich mit den Folgen der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland beschäftigt, konnte die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nicht unerwähnt bleiben. Simone fragte mich, wie ich das Ergebnis im Hinblick auf die Erinnerung an die Shoah sehe. Und natürlich sehe ich es mit großer Sorge, dass sich fast 44 Prozent der Wähler:innen in einem deutschen Bundesland für eine rechtsextreme Partei entscheiden, die unter anderem den Gedenkstätten die finanzielle Grundlage entziehen will. 

Und nicht nur das. Im Wahlprogramm wendet sich die AfD gegen „kulturfremde Fachkräfte“. Eine unverhohlene Diskriminierung.

Sie sei sehr deprimiert gewesen seit Sonntagabend, sagte eine junge Frau und sprach damit wohl vielen der Anwesenden aus dem Herzen. Dieser Leseabend habe sie wieder zuversichtlich gemacht. Wenn das nicht das schönste Feedback ist, das man als Autorin bekommen kann! Mir ist immer noch ganz warm ums Herz.

Papierschiff

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